Für die anstehenden Umbauten und die Umnutzung des Schlosses müssen sämtliche Depots und Ausstellungsräume im Schloss vollständig geräumt werden. Während die Ausstellungsräume nach der Sanierung wieder eingerichtet werden, bleiben die Depoträume am neuen Standort. Im Kornhaus werden die Sammlungen der drei Vereine, die sich gegenwärtig an drei Standorten befinden, zusammengeführt.

Bevor das erste Objekt in die Hand genommen werden kann, muss die bestehende Datenbank bereinigt und ergänzt werden. Bisher sind nur 30-40 % der Objekte digital erfasst. Aus dem maschinengeschriebenen Katalog werden deshalb die umzugsrelevanten Angaben übertragen. Parallel dazu werden die Objekte in den Depots auf Schadinsekten, Schimmel und eine mögliche Biozidbelastung untersucht. Betroffene Objekte kommen in Quarantäne.

Erst anschliessend beginnt die erste Phase der Räumung in den Depoträumen des Schlosses. Die geschätzten 60’000 Objekte der Sammlung des Rittersaalvereins werden durch das Projektteam am alten Standort identifiziert, verortet, dokumentiert, gereinigt, fotografiert und für den Transport ins Kornhaus objektgerecht verpackt. In der folgenden Phase werden die Ausstellungsräume nach demselben Prozessschema geleert, dann folgen die 6’000 Objekte der ethnolobischen Sammlung des Museums für Völkerkunde.

Sobald alle Objekte im Kornhaus sind, kann mit der endgültigen Einlagerung der Objekte, sowie der vertieften Datenerfassung begonnen werden. Alles in allem dauern Umzug und Neuaufstellung der Sammlungen drei bis vier Jahre. Viel Arbeit, die aber viel zum Schutz der Sammlungsobjekte beiträgt. Allgemeines und langfristiges Ziel ist es ja, die dem Museum anvertrauten Kulturgüter sowohl in den Ausstellungen als auch in den Depots zu schützen und zu bewahren.

Die neue Unterbringung im Kornhaus erfolgt deshalb gemäss den gängigen Museumsrichtlinien. Sowohl das Gebäude und die Räumlichkeiten als auch deren Lage und Erschliessung kommen der Nutzung als Museumsdepot in hohem Mass entgegen und sind mit minimalen Massnahmen als Depots geeignet.

Die Objekte der drei Sammlungen werden nach dem Umzug objektgerecht, klimastabil und zugänglich gelagert sein. Sie sind vor Einbruch, Licht und Feuer besser geschützt und ihr Standort ist in der Datenbank nachgeführt. Die Räume erlauben ausserdem eine rationelle Bewirtschaftung, sei es für den internen und externen Leihverkehr, die wissenschaftliche Aufarbeitung oder die Reinigung und Standortverwaltung.